Es gibt Tage, da setze ich ein Lächeln auf wie eine Maske. Nicht, weil ich glücklich bin. Nicht, weil alles in Ordnung ist. Sondern weil die Welt es so erwartet. Die Menschen um mich herum wollen ein Lächeln sehen. Sie wollen hören, dass alles gut ist. Und manchmal ist es einfacher, diese Rolle zu spielen, als zu erklären, was in mir wirklich los ist. Doch jedes Mal, wenn ich lache, ohne dass es echt ist, fühle ich, wie ein kleiner Teil von mir verloren geht. Das unechte Lächeln schützt mich vor Fragen, vor neugierigen Blicken, vor Kommentaren, die ich nicht hören will. Aber gleichzeitig nimmt es mir die Luft zum Atmen. Es erstickt meine Wahrheit. Hinter diesem Lächeln steckt oft Müdigkeit. Die Müdigkeit, stark wirken zu müssen. Die Müdigkeit, zu funktionieren, obwohl ich innerlich zerfalle. Und manchmal frage ich mich: Warum fällt es uns so schwer, ehrlich zu sein? Warum ist ein „Mir geht es nicht gut“ so schwer auszusprechen und noch schwerer für andere zu hören? Das unechte Lächeln ist wie ein stiller Schrei. Niemand hört ihn, weil er so gut verborgen ist. Und doch, in mir, klingt er laut. So laut, dass er mich nicht schlafen lässt. So laut, dass er jede Freude übertönt. Vielleicht ist das der größte Schmerz: zu wissen, dass man mit einem einzigen Satz ehrlich sein könnte „Ich leide“ und doch das Gefühl zu haben, dass niemand damit umgehen kann. Ich wünsche mir, dass eines Tages das echte Lächeln wieder leichter fällt. Dass ich es nicht aufsetzen muss, um akzeptiert zu werden. Sondern dass es aus mir heraus entsteht nicht trotz meiner Narben, sondern mit ihnen. Bis dahin werde ich weiter lächeln, auch wenn es nicht immer echt ist. Aber tief in mir bleibt die Sehnsucht, eines Tages nicht mehr spielen zu müssen. Eines Tages wirklich ich selbst zu sein mit allen meinen Schmerzen, aber auch mit aller meiner Hoffnung.
Das Lächeln, das nicht echt ist
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